Leben in Manchester Mitte des 19. Jahrhunderts
Manchester war eine Stadt, die von der Baumwolle und den Spinnereien lebte. Wegen des Niedergangs der Baumwollmanufakturen in Manchester (aufgrund des Krieges zwischen Nord- und Südstaaten in Amerika) wurde die Lage für die Familie immer prekärer. Waren sie zu Beginn einigermaßen wohlsituiert, gerieten sie mehr und mehr in den Armutsbereich, was sich an den Wohnungen ablesen lässt, die sich den Armenvierteln annäherten. Wer sich für die Lage der Arbeiter und Arbeiterinnen in Großbritannien in der Zeit interessiert, hier ein paar Hinweise:
-Elizabeth Gaskell: Norden und Süden (North and South), hier wird sehr eindrücklich das Elend der Arbeiter und Arbeiterinnen geschildert, auch der Kinder, s. auch Friedrich Engels und Karl Marx über die Situation der Arbeiter*innen in England
Die Familie der Mutter (Name: Boond) war etwas besser situiert, versuchte zu helfen, doch das reichte nicht. Auf Einladung eines Bruders der Mutter, der seit längerem in Knoxville, Tennessee, in guten Verhältnissen lebte, verkaufte die Mutter alles Hab und Gut und erwarb Tickets für eine Übersiedlung dorthin. Nach langer Reise gelangten sie in 1865 dort an. In der Zwischenzeit hatte der Bürgerkrieg dort auch Auswirkungen auf das Geschäft (Goldschmied) des Bruders gehabt, so dass er die Neuankömmlinge kaum unterstützen konnte. Der älteste Bruder Herbert kam bei ihm im Geschäft unter, der andere wurde Barmann, was ihn in der Familie zum schwarzen Schaf werden ließ. Seine Spur verliert sich, auch weil die Familie mit seiner Wahl nicht einverstanden war und ihn fallen ließ.
Manchester war eine Stadt, die von der Baumwolle und den Spinnereien lebte. Wegen des Niedergangs der Baumwollmanufakturen in Manchester (aufgrund des Krieges zwischen Nord- und Südstaaten in Amerika) wurde die Lage für die Familie immer prekärer. Waren sie zu Beginn einigermaßen wohlsituiert, gerieten sie mehr und mehr in den Armutsbereich, was sich an den Wohnungen ablesen lässt, die sich den Armenvierteln annäherten. Wer sich für die Lage der Arbeiter und Arbeiterinnen in Großbritannien in der Zeit interessiert, hier ein paar Hinweise:
-Elizabeth Gaskell: Norden und Süden (North and South), hier wird sehr eindrücklich das Elend der Arbeiter und Arbeiterinnen geschildert, auch der Kinder, s. auch Friedrich Engels und Karl Marx über die Situation der Arbeiter*innen in England
Die Familie der Mutter (Name: Boond) war etwas besser situiert, versuchte zu helfen, doch das reichte nicht. Auf Einladung eines Bruders der Mutter, der seit längerem in Knoxville, Tennessee, in guten Verhältnissen lebte, verkaufte die Mutter alles Hab und Gut und erwarb Tickets für eine Übersiedlung dorthin. Nach langer Reise gelangten sie in 1865 dort an. In der Zwischenzeit hatte der Bürgerkrieg dort auch Auswirkungen auf das Geschäft (Goldschmied) des Bruders gehabt, so dass er die Neuankömmlinge kaum unterstützen konnte. Der älteste Bruder Herbert kam bei ihm im Geschäft unter, der andere wurde Barmann, was ihn in der Familie zum schwarzen Schaf werden ließ. Seine Spur verliert sich, auch weil die Familie mit seiner Wahl nicht einverstanden war und ihn fallen ließ.
Leben in Amerika – Ankunft, Armut, erste Erfolge
Zunächst kommen sie in einer relativ stabilen Blockhütte am Rande der Stadt unter, es ergeben sich Beziehungen zu Nachbarn, insbesondere zu Familie Burnett (Vater Arzt). Der Sohn Swan verliebt sich in Frances, die seine Gefühle nicht erwidert. Doch die finanzielle Situation verschlechtert sich weiter, die Familie muss wieder umziehen in eine noch einfachere Behausung, eher eine Hütte – Leben wie die Vagabunden - s. Buch Vagabondia.
Mit 18 erste Schreiberfolge bei Zeitungsverlagen und erste Honorare (sie hat immer geschrieben, hatte eine reiche Phantasie).
Die Mutter stirbt 1870. Die Brüder und die Schwestern beginnen ein eigenes Leben.
Nach und nach erregt Frances Aufmerksamkeit, wird beim Verlag Scribner unter Vertrag genommen. Sie verdient so viel Geld, dass sie nach England reisen kann. Swan Burnett möchte sie unbedingt heiraten, doch sie kann sich zunächst nicht entschließen. 1873 nach ihrer Rückkehr heiratet sie ihn doch. Sie bkommen zwei Söhne: Lionel (1874) stirbt 1890 an Tuberkulose, Vivian (1876) – 1937, verheiratet, Kinder
Frances Hodgson Burnett ist sehr erfolgreich, ermöglicht ihrem Mann ein weiterführendes Studium (Augenheilkunde) in Frankreich. Rückkehr dann nach Amerika. Sie schreibt für Erwachsene, hat weiterhin Erfolg mit ihren Büchern, die auch schon in andere Sprachen übersetzt werden.
Zunächst kommen sie in einer relativ stabilen Blockhütte am Rande der Stadt unter, es ergeben sich Beziehungen zu Nachbarn, insbesondere zu Familie Burnett (Vater Arzt). Der Sohn Swan verliebt sich in Frances, die seine Gefühle nicht erwidert. Doch die finanzielle Situation verschlechtert sich weiter, die Familie muss wieder umziehen in eine noch einfachere Behausung, eher eine Hütte – Leben wie die Vagabunden - s. Buch Vagabondia.
Mit 18 erste Schreiberfolge bei Zeitungsverlagen und erste Honorare (sie hat immer geschrieben, hatte eine reiche Phantasie).
Die Mutter stirbt 1870. Die Brüder und die Schwestern beginnen ein eigenes Leben.
Nach und nach erregt Frances Aufmerksamkeit, wird beim Verlag Scribner unter Vertrag genommen. Sie verdient so viel Geld, dass sie nach England reisen kann. Swan Burnett möchte sie unbedingt heiraten, doch sie kann sich zunächst nicht entschließen. 1873 nach ihrer Rückkehr heiratet sie ihn doch. Sie bkommen zwei Söhne: Lionel (1874) stirbt 1890 an Tuberkulose, Vivian (1876) – 1937, verheiratet, Kinder
Frances Hodgson Burnett ist sehr erfolgreich, ermöglicht ihrem Mann ein weiterführendes Studium (Augenheilkunde) in Frankreich. Rückkehr dann nach Amerika. Sie schreibt für Erwachsene, hat weiterhin Erfolg mit ihren Büchern, die auch schon in andere Sprachen übersetzt werden.
Die Kinderbuchautorin
1886 erscheint „Der kleine Lord“ – ein Sensationserfolg, der ihr über viele Jahre viel Geld einbringt, darüber hinaus auch Tantiemen für Theaterversionen und Film. Dieser Erfolg macht sie unabhängig, allerdings ist ihr Lebensstil etwas aufwändig, deshalb schreibt sie nahezu ununterbrochen. 1888 erscheint Sara, die kleine Prinzessin, zunächst in einer Jugendzeitschrift, 1903 als Theaterstück, später überarbeitet 1905 zu einem Buch. War ebenfalls sehr erfolgreich. Sie verfasst weitere Werke, auch für Erwachsene, die meisten wurden nicht ins Deutsche übersetzt.
Ehen und die Folgen Obwohl die Ehe mit Swan Burnett nicht glücklich, bleiben sie offiziell verheiratet bis 1898. Dann erfolgt die Scheidung. Burnett hat sie dennoch über Jahre hinweg in geschäftlichen Angelegenheiten beraten. Seine Augenarzttätigkeit war dann durchaus erfolgreich.
1900 heiratet Frances Stephen Townsend, Schauspieler, Schriftsteller. Er war 9 Jahre jünger. Er hatte Frances in der Vergangenheit geschäftlich beraten, sie bei der Verwirklichung von verschiedenen Theaterprojekten unterstützt, war aber schwierig. Die Ehe wurde nach 2 Jahren wieder geschieden und gilt als Frances größter Fehler in ihrem Leben. Das Ganze sorgte für reichlichen Wirbel, zumal sie sehr bekannt war.
Sie wurde erst 1905 amerikanische Staatsbürgerin (so lange war sie immer noch Britin gewesen). Es war ihr auch wichtig, dass ihr Vermögen nicht an Stephen Townsend fiel. Sie kehrte aber immer wieder nach England zurück, wo sie verschiedentlich Häuser bzw. Wohnungen mietete.
1886 erscheint „Der kleine Lord“ – ein Sensationserfolg, der ihr über viele Jahre viel Geld einbringt, darüber hinaus auch Tantiemen für Theaterversionen und Film. Dieser Erfolg macht sie unabhängig, allerdings ist ihr Lebensstil etwas aufwändig, deshalb schreibt sie nahezu ununterbrochen. 1888 erscheint Sara, die kleine Prinzessin, zunächst in einer Jugendzeitschrift, 1903 als Theaterstück, später überarbeitet 1905 zu einem Buch. War ebenfalls sehr erfolgreich. Sie verfasst weitere Werke, auch für Erwachsene, die meisten wurden nicht ins Deutsche übersetzt.
Ehen und die Folgen Obwohl die Ehe mit Swan Burnett nicht glücklich, bleiben sie offiziell verheiratet bis 1898. Dann erfolgt die Scheidung. Burnett hat sie dennoch über Jahre hinweg in geschäftlichen Angelegenheiten beraten. Seine Augenarzttätigkeit war dann durchaus erfolgreich.
1900 heiratet Frances Stephen Townsend, Schauspieler, Schriftsteller. Er war 9 Jahre jünger. Er hatte Frances in der Vergangenheit geschäftlich beraten, sie bei der Verwirklichung von verschiedenen Theaterprojekten unterstützt, war aber schwierig. Die Ehe wurde nach 2 Jahren wieder geschieden und gilt als Frances größter Fehler in ihrem Leben. Das Ganze sorgte für reichlichen Wirbel, zumal sie sehr bekannt war.
Sie wurde erst 1905 amerikanische Staatsbürgerin (so lange war sie immer noch Britin gewesen). Es war ihr auch wichtig, dass ihr Vermögen nicht an Stephen Townsend fiel. Sie kehrte aber immer wieder nach England zurück, wo sie verschiedentlich Häuser bzw. Wohnungen mietete.
Frances, die Gärtnerin und ihre Gärten
Um 1898 entdeckte sie Great Maytham Hall in Kent. Sie lebte dort von 1898-1907 und verbrachte viel Zeit (zwischen ihren Reisen durch Europa bzw. Rückkehren nach Amerika). Als sie das Anwesen im Dorf Rolvenden bezog, fand sie einen alten, im Jahr 1721 angelegten Küchengarten vor, der völlig verwildert und vernachlässigt war. Berichten zufolge – und so wie sie es später auch in ihrer Novelle My Robin (1912) beschrieb – führte ein Rotkehlchen sie zu einer kleinen, efeuumrankten Eisentür in der alten Backsteinmauer. Hinter dieser Tür lag der versteckte, schlafende Garten.
Leben und Schreiben in Maytham Hall (s. Wikipedia)
Die Restaurierung: Genau wie ihre spätere Romanfigur Mary Lennox begann Frances sofort mit der leidenschaftlichen Wiederaufbauarbeit des Gartens und pflanzte Hunderte von Rosen.
Das Freiluft-Büro: Sie genoss die Ruhe des Ortes so sehr, dass sie im Pavillon (Gazebo) des Gartens einen Tisch und einen Stuhl aufstellte. Dort schrieb sie, stets im weißen Kleid und mit großem Sommerhut, mehrere ihrer Werke.
Literarischer Treffpunkt: Während ihrer Zeit auf dem Landsitz empfing sie regelmäßig hochkarätige Literaten, darunter den berühmten Schriftsteller Henry James. Dazu kamen viele Mitglieder des Adels und selbst des Hofes.
Sie knüpfte auch Beziehungen zur Landbevölkerung und beteiligte sich an verschiedenen Wohltätigkeitsveranstaltungen.
Das Anwesen heute
Der Eigentümer wollte das Anwesen umbauen, deshalb musste Frances Maytham Hall aufgeben. Das ursprüngliche Herrenhaus wurde kurz nach Burnetts Auszug im Jahr 1907 durch ein Feuer beschädigt und zwischen 1909 und 1912 von dem renommierten Architekten Sir Edwin Lutyens im neogeorgianischen Stil prachtvoll neu aufgebaut. Lutyens behielt die historische Gartenmauer von 1721 jedoch bewusst bei.
Heute ist das Hauptgebäude in private Luxusapartments unterteilt. Der geschichtsträchtige "geheime Garten" existiert jedoch immer noch und wird von Rosen und Blauregen gesäumt. Er kann an ausgewählten Tagen im Jahr über das National Garden Scheme (NGS) besichtigt werden.
Um 1898 entdeckte sie Great Maytham Hall in Kent. Sie lebte dort von 1898-1907 und verbrachte viel Zeit (zwischen ihren Reisen durch Europa bzw. Rückkehren nach Amerika). Als sie das Anwesen im Dorf Rolvenden bezog, fand sie einen alten, im Jahr 1721 angelegten Küchengarten vor, der völlig verwildert und vernachlässigt war. Berichten zufolge – und so wie sie es später auch in ihrer Novelle My Robin (1912) beschrieb – führte ein Rotkehlchen sie zu einer kleinen, efeuumrankten Eisentür in der alten Backsteinmauer. Hinter dieser Tür lag der versteckte, schlafende Garten.
Leben und Schreiben in Maytham Hall (s. Wikipedia)
Die Restaurierung: Genau wie ihre spätere Romanfigur Mary Lennox begann Frances sofort mit der leidenschaftlichen Wiederaufbauarbeit des Gartens und pflanzte Hunderte von Rosen.
Das Freiluft-Büro: Sie genoss die Ruhe des Ortes so sehr, dass sie im Pavillon (Gazebo) des Gartens einen Tisch und einen Stuhl aufstellte. Dort schrieb sie, stets im weißen Kleid und mit großem Sommerhut, mehrere ihrer Werke.
Literarischer Treffpunkt: Während ihrer Zeit auf dem Landsitz empfing sie regelmäßig hochkarätige Literaten, darunter den berühmten Schriftsteller Henry James. Dazu kamen viele Mitglieder des Adels und selbst des Hofes.
Sie knüpfte auch Beziehungen zur Landbevölkerung und beteiligte sich an verschiedenen Wohltätigkeitsveranstaltungen.
Das Anwesen heute
Der Eigentümer wollte das Anwesen umbauen, deshalb musste Frances Maytham Hall aufgeben. Das ursprüngliche Herrenhaus wurde kurz nach Burnetts Auszug im Jahr 1907 durch ein Feuer beschädigt und zwischen 1909 und 1912 von dem renommierten Architekten Sir Edwin Lutyens im neogeorgianischen Stil prachtvoll neu aufgebaut. Lutyens behielt die historische Gartenmauer von 1721 jedoch bewusst bei.
Heute ist das Hauptgebäude in private Luxusapartments unterteilt. Der geschichtsträchtige "geheime Garten" existiert jedoch immer noch und wird von Rosen und Blauregen gesäumt. Er kann an ausgewählten Tagen im Jahr über das National Garden Scheme (NGS) besichtigt werden.